Weiterbildungssystem und Trainingsrichtung

Wir haben unser Weiterbildungssystem immer wieder aktualisiert, um die Mensch-Hund-Teams noch qualifizierter auf den Einsatz in der Schule vorbereiten zu können.

Ein Einstieg mit oder ohne Hund erfolgt weiterhin über das Orientierungsseminar. Dabei gibt es keine Altersbegrenzung für die Hunde und es wird bewusst kein Eingangstest mit den Hunden gemacht!

Anschließend werden mindestens 4 Seminare in einem Abstand von ca. 8 Wochen oder zeitlich individuell durchlaufen. In jedem Seminar erhält das Mensch-Hund-Team eine individuelle, sich auf die Seminarinhalte beziehende, Teambeurteilung. Der Ausbildungsblock endet mit einem 1-tägigen Zertifizierungsseminar zur Erlangung des Grundzertifikat, mit einer umfassenden Teambeurteilung.

Der Termin für das Zertifizierungsseminar ist abhängig vom Alter des Hundes und der praktischen Erfahrung in der Schule. Er wird während der Weiterbildung individuell abgesprochen. Die Hunde müssen mindestens 18 Monate alt sein und ca. ein Jahr Schulerfahrung haben.

  1. Basisseminar (2 Tage)
  2. Praxisseminar I (2 Tage)
  3. Praxisseminar II (2 Tage)
  4. Zertifizierungsseminar (1 Tag)

Weitere Seminare können zwischendurch oder anschließend beliebig durchlaufen werden.

Die Teams werden von uns im Abstand von ca. 12 -18 Monaten als Re-Zertifizierung in einem weiteren Seminar oder in der Schule vor Ort überprüft, wie es in fast allen Weiterbildungen üblich ist.

Es kann auch ein Schulzertifikat in der Stammschule erfolgen.

Um auf Dauer von der ISAAT anerkannt zu werden, müsste die Weiterbildung allerdings einen Umfang von mindestens 225 Stunden haben, das entspricht ca. 14 Wochenendseminaren und ist von uns nicht zu leisten.

Staatlich anerkannt ist bisher keine Weiterbildung im Bereich der Tiergestützten Intervention, auch wenn einige Institutionen dies vorgeben!

Bewusst verzichten wir bei ColeCanido auf Eingangstests für Hunde und Menschen, sondern versuchen das Hintergrundwissen der Pädagoginnen zu erweitern und deren Wahrnehmung zu schulen. Wie Erhard Olbrich und Andreas Schwarzkopf in dem  Artikel „Ein Gütesiegel für Praktiker?“ (tiergestützte 4-2008) ebenfalls bestätigen, ist der Erfahrung und Einschätzung durch die Besitzerin Vorrang vor den zurzeit verfügbaren Tests zu geben.

Aus unserer Sicht ist ein respekt- und liebevoller Umgang mit dem Partner Hund allerdings ebenso eine Voraussetzung für den Einsatz von Hunden in der Schule, wie ein umfangreiches Hintergrundwissen zur Haltung und zum Verhalten der Hunde und der Hund-Mensch-Kommunikation. Leinenruck, Kadavergehorsam und auf Rangreduktion  ausgelegte Trainingsmethoden entsprechen nicht unserem Ansatz und sind keine Basis für Hundegestützte Pädagogik in der Schule!

Nur auf dieser Grundlage kann es zu gegenseitigem Vertrauen und Sicherheit zwischen Hund und Pädagogin kommen, der Basis für einen effektiven Einsatz in der Schule. Wir gehen davon aus, dass in der Schule der Hund nur im Team mit seiner Besitzerin eingesetzt wird und dass es nicht „den Schulhund“ gibt, sondern jedes Mensch-Hund-Team nach seinen individuellen Stärken und Schwächen eingesetzt werden muss!

Über den Einsatz von verschiedenen Referentinnen, die über langjährige Erfahrung in der Schule, im Einsatz von Hunden in der Schule und in der Ausbildung von Hunden verfügen, soll bei ColeCanido eine umfassende und abwechslungsreiche Weiterbildung ermöglicht werden. Die Teilnehmerinnen erhalten eine Schulung für das Team, die aus theoretischen und praktischen Elementen besteht und einen möglichst stressarmen Alltag für alle Beteiligten in der Schule ermöglichen soll.

Eine Beurteilung des Mensch-Hund-Teams während der Seminare soll, aufbauend von Seminar zu Seminar, Qualifikationen der Hunde und des Teams für Vorgesetzte und Eltern durch die anerkannten Sachverständigen bescheinigen und Empfehlungen für die weitere Ausbildung enthalten.

Olbrich und Schwarzkopf halten die Entwicklung eines standardisierten Selbstbeurteilungsbogens, wie er bereits im Gesundheitswesen etabliert ist, für eine gute Basis, bei der es um Informationen und Hilfen zur Qualitätsverbesserung geht. In diese Richtung arbeiten wir, indem wir Selbstbeurteilungsbögen zu den Hunden, den Teams und deren Ausbildung erstellen, die die Selbsteinschätzung erleichtern sollen.